Hinten im Hof
Manche Sätze begleiten uns ein Leben lang. Und erst viele Jahre später merken wir, dass sie inzwischen etwas ganz anderes erzählen.
"Hinten im Hof" — diesen Satz gab es schon in meiner Jugend. Mein kleiner Bruder und ich haben ihn oft benutzt. Er stammt aus dem Film „Das Leben des Brian“ von Monty Python, jenem Moment, in dem ein besorgter Wärter in einem Gefängnis meldet, die Kreuze für die Verurteilten gehen aus — und ein Kollege ihn dann beruhigt: Wir haben noch eine Menge. Hinten im Hof.
Damals fanden wir das einfach komisch.
Heute hat der Satz für mich eine neue Bedeutung bekommen.
Hinten im Hof liegen all die Dinge, um die ich mich irgendwann kümmern möchte. Die Ideen. Die angefangenen Projekte. Die liegen gebliebenen Briefe. Der Gedanke, endlich mal wieder... na ja, du weißt schon.
Manchmal gehe ich in Gedanken dort spazieren. Ordentlich sieht es dort nicht immer aus.
Aber zwischen all dem liegen eben nicht nur Pflichten. Dort liegen auch Träume.
Und Aufräumen ist manchmal eine gute Idee.
Wie ich ticke - Im Fluss des Denkens
Heute hatte ich gefühlt achtzehn Tabs offen. Website, Stripe, Pinterest, ein Artikel über den Weltraum, griechische Mietpreise, ein Buch über Geschichte, irgendwas über Politik. Josie hat mich dabei angeschaut — mit dieser Mischung aus Mitleid und überlegenem Desinteresse, die sie so perfekt beherrscht.
Chaos? Nein. Fluss.
Es gibt Menschen, die denken in Teichen. Klar, ruhig, abgegrenzt. Heute ist Montag, also Website. Dienstag: Finanzen. Mittwoch: Kreativität. Alles hat seinen Platz, alles bleibt, wo es hingehört.
Ich nicht.
Mein Denken fließt. Mal schnell, mal langsam. Manchmal gibt es eine Biegung, die ich nicht geplant hatte — und plötzlich lande ich an einem Ort, den ich ohne diese Abbiegung nie gefunden hätte. Einen Gedanken, eine Idee, eine Verbindung zwischen zwei Dingen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben.
Scheinbar.
Denn genau darin steckt das Geheimnis: Es gibt immer einen roten Faden. Ich sehe ihn nicht immer sofort. Aber er ist da.

