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Unser Darm — er kann mehr, als wir denken
Eine Serie über das unterschätzte Organ
Teil 1: Die geheime Reiseroute — wie Darmbakterien ins Gehirn gelangen
Stell dir vor, dein Darm schickt Botschafter direkt in dein Gehirn. Nicht über Umwege, nicht durch das Blut — sondern auf einer direkten, unsichtbaren Nervenbahn. Klingt nach Science-Fiction? Forscher der Emory University haben genau das im März 2026 nachgewiesen — und die Ergebnisse haben die Wissenschaftswelt aufhorchen lassen.
Der Darm als zweites Gehirn — das wussten die Alten schon
Mit mehr als 100 Millionen Nervenzellen im Verdauungstrakt gilt der Darm in vielen Kulturen — darunter das antike Griechenland, Japan, China und Indien — schon seit Jahrtausenden als "zweites Gehirn", das Verdauung mit körperlichem und seelischem Wohlbefinden verbindet. Unser "Bauchgefühl" ist also keine romantische Metapher, sondern hat eine sehr reale biologische Grundlage. Emory University
Was neu ist: Forscher konnten jetzt erstmals direkt zeigen, wie diese Verbindung in die eine Richtung konkret funktioniert — und was passiert, wenn wir unserem Darm nicht gut tun.
Die Autobahn zwischen Bauch und Kopf
Weiterlesen: Unser Darm — er kann mehr, als wir denken / Teil 01
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Forscher der Stanford University haben eine faszinierende Entdeckung gemacht: Ein einziger Bluttest könnte schon bald verraten, wie alt deine Organe wirklich sind — und was das für deine Gesundheit bedeutet.
Stell dir vor, du gehst zum Arzt, und statt auf Symptome zu warten, verrät ein simpler Bluttest im Voraus, welches deiner Organe gerade schneller altert als der Rest deines Körpers. Keine Ahnung, kein Rätselraten — sondern klare Hinweise, Jahre bevor irgendetwas wehtut. Klingt nach Zukunftsmusik? Das ist es kaum noch.
Einem Forscherteam um Tony Wyss-Coray von der Universität Stanford ist es gelungen, aus der Konzentration bestimmter Proteine im Blut das biologische Alter einzelner Organe abzulesen. Die Grundidee: Jedes Organ hinterlässt im Blut seine eigene molekulare Handschrift. Ein KI-Algorithmus, trainiert an den Blutwerten von über 44.000 Menschen, hat gelernt, wie ein "normal alterndes" Gehirn, Herz oder Immunsystem chemisch aussieht. Und er erkennt, wenn eines dieser Organe von der Norm abweicht — also biologisch älter oder jünger wirkt, als es dem Geburtsdatum nach sein sollte.
Das biologische Alter schlägt das kalendarische
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Die Sonne: Von der Gottheit zum Sonnensturm
Es gibt vermutlich kein Symbol, das die Menschheit über so viele Kulturen und Jahrtausende hinweg gleichermaßen bewegt hat wie die Sonne. Lange bevor wir wussten, was sie eigentlich ist, wussten wir bereits: Ohne sie geht gar nichts.
Eine Gottheit für fast jede Kultur
Im alten Ägypten war Ra über Jahrhunderte die oberste Gottheit – der Sonnengott, der auf seiner Barke über den Himmel fuhr und jeden Morgen neu die Dunkelheit besiegte. Pharao Echnaton ging sogar noch weiter und machte die Sonnenscheibe Aton zur einzigen anerkannten Gottheit überhaupt – ein früher Versuch, den Vielgötterglauben durch eine einzige, lichtvolle Kraft zu ersetzen.
Auch andernorts stand die Sonne im Zentrum: Die Inka verehrten Inti als Ursprung ihres Volkes und Quelle aller Lebenskraft. In der Bronzezeit Nordeuropas erzählte man sich die Geschichte einer Sonnenbarke, die den Himmel durchquert – festgehalten auf der berühmten Himmelsscheibe von Nebra. Und noch heute lebt die alte Sonnenverehrung in manchen Bräuchen weiter, etwa im Julfest zur Wintersonnenwende.
Was mich an diesen alten Kulten immer wieder berührt: Sie waren im Grunde die ehrlichste Form von Dankbarkeit, die man sich vorstellen kann. Kein abstraktes Prinzip, sondern etwas, das man jeden Morgen mit eigenen Augen aufgehen sah.
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So geiht dat nich.
Mein Aufreger des Monats Juli 2026: Dieter Nuhr
Als Gegenpol zum Om – manchmal darf es auch mal knirschen.
In seiner Sendung "Nuhr im Ersten XXL" hat Dieter Nuhr kürzlich über Femizide gewitzelt – und mit einer Pointe, die es in sich hat: Man solle den Partner doch vor dem Geschlechtsverkehr "einmal kennenlernen", dann könne man sich vor Gewalt schützen. Das Publikum lachte, applaudierte sogar. Ich nicht.
Was mich daran stört, ist nicht nur das Thema – es ist die Logik dahinter.
Nuhrs Pointe tut so, als wäre Gewalt gegen Frauen ein Erkennungsproblem am Anfang einer Beziehung. Als könnte man vorher schon sehen, wer gefährlich wird, wenn man nur genug "Menschenkenntnis" mitbringt. Das ist nicht nur falsch – es verschiebt die Verantwortung stillschweigend von den Tätern auf die Frauen. Als wäre das Entscheidende nicht, dass Frauen getötet werden, sondern dass Männer dabei ein gutes Image behalten.
Gewalt entwickelt sich. Sie kündigt sich nicht an.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Mein Vater war rasend eifersüchtig. Kam meine Mutter zehn Minuten später von der Arbeit, fragte er, was sie in der "Hurverwaltung" wohl noch getrieben habe. Nur eine Frage, könnte man meinen. Aber in der Wiederholung wird aus so einer Frage ein Klima – ein Klima der ständigen Rechtfertigung, des permanenten Misstrauens. Das erkennt man nicht am ersten Abend. Das entsteht über Jahre.
Ich hatte damals einen Satz im Kopf, der es für mich bis heute auf den Punkt bringt:
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Sie sucht sich ihre Gründe selbst – unabhängig davon, ob es objektiv einen gibt. Das ist das Perfide daran. Und genau das macht "vorher besser kennenlernen" zu einem Ratschlag, der an der Realität vorbeigeht.
Satire darf das. Aber nicht so.
Ich mag Kabarett. Dieter Hildebrandt hat mit dem "Scheibenwischer" jahrzehntelang gezeigt, wie politische Satire funktioniert: Man zielt nach oben, auf die Mächtigen, auf Heuchelei in der Politik. Oliver Welke macht mit der "heute-show" im Grunde dasselbe – die Zielscheibe ist das System, sind die Verantwortlichen, nicht die Ohnmächtigen.
Gute Satire boxt nach oben. Diese Pointe boxt nach unten.
Dazulernen wäre möglich gewesen.
Man kann sich als Komiker ja auch entwickeln. Michael Mittermeier zum Beispiel war früher für seinen lauten, aggressiven Stil bekannt – volle Attacke, viel Tempo. Mittlerweile ist er spürbar ruhiger, reflektierter geworden. Das zeigt: Älter werden muss nicht bedeuten, stur beim alten Reflex-Humor zu bleiben. Es kann auch heißen, treffsicherer zu werden, statt einfach nur platt auszuteilen. Bei Nuhr scheint mir davon wenig angekommen zu sein.
Und dann noch das:
Selbstsichere Männer müssen sich meiner Meinung nach nicht über tote Frauen lustig machen, um sich groß zu fühlen. Manche Pointen verraten eben mehr über den Komiker als über sein Thema. Hat er Angst vor Frauen? Ich weiß es nicht. Aber echte Souveränität braucht jedenfalls keine toten Frauen als Pointe.
"Auffällig war, dass ausgerechnet die Intendantin selbst die entschärfende Formel lieferte: 'Das gehört zur Demokratie, das auszuhalten.' Ob diese Gelassenheit auch den 325 Menschen zuteilwird, die eine formelle Programmbeschwerde eingereicht haben, wird sich zeigen – 'genau ansehen' ist schließlich noch keine Antwort."
Eure Hilde Donnerwetter
So. Aufreger raus, Kopf wieder frei. Nächsten Monat dann wieder mehr Om.
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